Maßnahmen und Erfolge
Im Rahmen der Allgäuer Moorallianz wurden seit 2008 bis ins Frühjahr 2011 aus den vom Staatsministerium zur Verfügung gestellten Mitteln für „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ (kurz KLIP-Mittel) bereits rund 1 Mio EUR für den Moorschutz investiert. Rund 60 ha Hoch- und Niedermoorflächen wurden zur Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen angekauft. Auf rund 150 ha Fläche haben die Landschaftspflege- und Naturschutzverbände sowie die Landkreise Entbuschungen, Anstaumaßnahmen und biotoppflegende Maßnahmen umgesetzt.
Beispiel "Schwindenmoos" und "Heggener Filz"
Gebiet: Moore im Geltnachtal, Landkreis Ostallgäu
Ein Schwerpunktgebiet für die Moorrenaturierung sind die Moore im Geltnachtal und die Stöttener Moore. In den vergangenen vier Jahren erfolgten auf Moorflächen der Stadt Marktoberdorf im "Schwindenmoos" über den Landschaftspflegeverband Ostallgäu schrittweise Moorfreistellungen und Anstaumaßnahmen.
In Zusammenarbeit mit dem zuständigen forstlichen Berater, der Forstbetriebsgemeinschaft und der Unteren Naturschutzbehörde sollen die Anstauarbeiten auch in diesem Jahr fortgeführt werden. Um die Wasserstände auf ein sinnvolles Maß regulieren zu können, soll ein zusätzliches Ablaufbauwerk („Mönch“) eingebaut werden. Ergänzend zu den Renaturierungsmaßnahmen im Hochmoor engagiert sich die Stadt Marktoberdorf über ihr Ökokonto mit der Extensivierung von Teilbereichen des Niedermoorgürtels. Ziel ist es, hier eine angepasste Moorbeweidung zu etablieren.
Im benachbarten „Heggener Filz“ sollen in diesem Frühjahr Entwässerungsgräben in ehemaligen Torfstichflächen geschlossen werden, nachdem im letzten Winterhalbjahr eine Auflichtung und Freistellung des Hochmoorkerns erfolgte. Die Umsetzungsfläche wurde inzwischen vom Landkreis Ostallgäu für die langfristige Sicherung der Renaturierungsmaßnahmen angekauft.
Die natürliche Entwicklung der Hochmoorbereiche wird mit der Optimierung des moortypischen Wasserhaushalts angeregt. Die Moorkomplexe sollen sich langfristig selbst regulieren und ihre Funktion als Kohlenstoffspeicher wieder aufnehmen. Die Geltnachmoore beherbergen eine bemerkenswerte Vielfalt an landesweit und überregional bedeutsamer Tier- und Pflanzenarten. Beispielhaft können hier einige Schmetterlinge genannt werden, die – wie ihr Name bereits sagt – auf einen intakten Moorlebensraum angewiesen sind: Hochmoor-Gelbling, Hochmoor-Bläuling, Hochmoor-Perlmuttfalter und Moor-Wiesenvögelchen.
Beispiel "Dümpfelmoos"
Gebiet: Moore im Elbseegebiet, Landkreis Ostallgäu
Bereits seit 2007 bemüht sich die Ortsgruppe Marktoberdorf des Bund Naturschutz in Bayern e. V. um den Ankauf und die Renaturierung von Moorgrundstücken im Dümpfelmoos. Die Aktivitäten der freiwilligen Helfer und Mitglieder aus Geisenried und Marktoberdorf werden finanziell über das Bayerische Klimaprogramm (KLIP2020) unterstützt.
Die Erfolge der Maßnahmen sind deutlich sichtbar. Neuer Lebensraum für hochmoortypische Pflanzen und Tiere wie z. B. das Breitblättrige Wollgras, die Moosbeere, die seltene Libellenart Torf-Mosaikjungfer oder auch für die Kreuzotter wurde geschaffen. Das Torfmooswachstum hat wieder eingesetzt, somit leisten die Hochmoore im Dümpfelmoos als Kohlenstoffsenke einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.


